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JR Gyro G370A auf Deltaquerruder

Dämpfung des Delta Wing Rocks

Nach 330 Starts und 35 Flugstunden habe ich meine Delta Ente N18 auf dem Querruder mit einem Gyrosystem G370A von JR nachgerüstet. Das Gyro ist speziell für die Erfordernisse von Flächenflugzeugen und Jets ausgelegt worden. Der Delta Wing Rock hat beim Landen Stress erzeugt. Das Einhalten der Richtung im Landeanflug war schwierig und das gleichzeitige aufsetzen der Hauptfahrwerksräder war eine Frage des Zufalls. Das Ziel der Gyro Nachrüstung war das Wegdämpfen des Wing Rocks und die stressfreie, perfekte Landung.
Mal sehen ob der Wunsch erfüllt wurde?

Lieferumfang und Schaltvarianten
Das 10x27x26mm große und 16gr schwere Gyro wird mit einer selbstklebenden Elastomer Platte und einem Kunststoffschlüssel zur Einstellung geliefert. Die zulässige Betriebsspannung ist 4,8-6.6 Volt, der Stromverbrauch 70 mAh.
Zum Einschleifen gibt es 4 Schaltungsvarianten:
1 ) Man steuert mit einem Gyro nur eine Querruderklappe an. Dann muss man wegen des einseitigen Klappenausschlages mit einem Gier Moment leben.
2 ) Oder man setzt ein Gyro ein und zusätzlich eine Match Box JRPA900 und kann dann damit bis zu 4 Querruder Servos ansteuern. Diese Variante ist für Großmodelle, die gegebene Lösung.
3 ) Weiter kann man mit einem Gyro über ein Y-Kabel beide Querruderservos ansteuern, dabei geht die Möglichkeit der Querruderdifferenzierung verloren.
4 ) Zwei separate Gyros steuern die Querruder Servos JR DS 8511 getrennt an und der Gain wird per Y Kabel in beide Gyros eingesteuert. So entsteht Redundanz und auch die Differenzierung bleibt erhalten.
Ich habe die Variante 4 gewählt.

Einbau und Einstellungen
Die kleinen Leichtgewichte sind in einem Jet problemlos unterzubringen. Ich habe sie mit dem beiliegenden Klebetpads auf den Spant neben den Empfänger geklebt, wie im Foto unten zu sehen. Die Gyros müssen für die Querruderfunktion parallel zur Spantebene positioniert werden. Aber nun zur Grundeistellung am Boden.
Mit dem Poti TRVL wird der maximale Servo Ausschlag den das Gyro erzeugt, begrenzt. Ich habe den Ausschlag des Gyros gleich groß mit der Wegvorgabe des Senders gesetzt. Mit dem Schiebeschalter REV.SW wird die Ausschlagrichtung bestimmt. Wo der Flügel gesenkt wird, muss die Klappe nach unten ausschlagen. Der Schiebeschalter DEADBAND bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit mit der das Gyro auf Störung der Querlage reagiert. Die Einstellung ZERO, also schnelle Reaktion war nötig, LOW ist zu träge.

Die Funktion Gryro Sensor wurde im Sender mit einem 3 Stufen Schalter programmiert. Nach den Testflügen war die Einstellung gefunden:
Position 1: 0 % Aus: keine Gyroreaktion
Position 2: 30 % Start und im Flug.
Position 3: 50 % Zur Landung, wird eingechaltet im Gegenanflug.

Diese Einstellungen, Ausschlagrichtung, Reaktions Geschwindigkeit und die Größe des Ruderausschlages sind am Boden sehr gut durch drehen des Jets um die Rollachse zu ermitteln. Gyroeinbau, Senderprogrammierung und Bodeneistellung, waren 5 Stunden Arbeitsaufwand.

Flugresultate
Der erste Start erfolgte mit ausgeschaltetem Gyro. Im Flug hat sich 10% Gain als zu schwach gezeigt, 30% war der ideale Wert. Das Steuerverhalten und die Ruderfolgsamkeit waren völlig unverändert, als Pilot muss man sich auf kein neues Steuerverhalten einstellen. Was sich ändert ist das Flugbild. Das Gyro dämpft den Wing Rock ohne Eingriff des Piloten, bis auf einen sehr kleinen Rest weg, den ich bewusst als Stallwarner belassen habe. Will man den Wing Rock ganz löschen, ist ein größerer Gainwert als 30 % nötig. Das Delta fliegt eleganter und deutlich flugbahntreuer, als es dies ohne Gyrohilfe tut.
Mit 30 % Gain wurden folgende Manöver geprüft: Strömungsabriss in Bauch und Rückenlage, Steil- und Flachtrudeln in Bauch- und Rückenlage, Rollenkreis und Rollenloop, Sackflug (mit 50 %Gain), Messerflug, 90 ° Sturzflug mit Vollschub, sowie 30 g Knüppel gezogen und gedrückt. Das Ergebnis war KB – keine Beanstandungen.
Die Landungen habe ich mit 30% Gain gegonnen und bei 50% meinen Optimalwert gefunden. Die N18 fliegt jetzt die Piste geradlinig und ohne Wing Rock an und beide Räder setzen kontrolliert gleichzeitig auf. Das Gyro JR G370A hat den Stress bei der Landung abgeschaltet und den Spaß an der perfekten Landung eingeschaltet.

Gesamteindruck
Das Gyro G370A ist gut auf die Anforderungen von Jets abgestimmt. Ein Digitalservo wie das JR DS 8511 mit einer Stellzeit von 0,1-0,15 sec/40° erfüllt die Anforderungen des Gyrobetriebes. Ein spezielles Gyroservo ist eher bei sehr kleinen Jets erforderlich. Im Steuerverhalten muss der Pilot sich nicht umgewöhnen. Das Gyro dämpft den Wing Rock weg und legt den Jet deutlich ruhiger in die Luft. Der Pilot muss schon noch selber landen, aber die perfekte Landung ist deutlich leichter auf die Piste zu setzen.
Gyro JR G370A dämpft den Wing Rock und den Stress des Piloten bei der Landung. Der Einbau, die Einstellung und die Handhabung des Gyros sind unkompliziert und praxisbezogen.
Bezugsquellen sind die JR Händler.

Euer Claus Hohmann

Flugmodell Club FMC Renchtal e.V.