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Sportjet Wild Hornet von JetArrows


Ich habe die einzelnen Bauschritte des Aufbaus meiner Hornet fotografiert und immer wieder ein paar Zeilen dazu geschrieben. Das Ergebnis vorweg: Die Wild Hornet von JetArrows ist ein prima Flieger. Alles hat sehr sauber gepasst, der Aufbau war einfach und hat viel Spaß gemacht und das Flugverhalten ist tadellos. Einfach perfekt!


Nach dem Verlust meines Falcon im Sommer 2009 war ich schon länger auf der Suche nach einem neuen Jet. Die Kriterien für mein nächstes Modell waren:
  • Graspistentauglich - damit ich es bei uns auf dem Platz fliegen kann
  • kompakte Abmessungen - damit es neben den Helis auch auf einen Flugtag mitgenommen werden kann
  • einfach und schnell aufzubauen - das Zusammensetzen der Bauteile am Falcon mit den Anschlüssen von Fahrwerk und 2 Leitwerksträgern war doch sehr umständlich
  • anständige Oberfläche - ohne Runzeln in der Folie

Im September 2011 waren die schweizer Modellpiloten Maik Stuber und Daniel Affolter mit ihren Jets auf dem Flugtag in Schutterwald-Müllen. Sie wurden begleitet von Hans Laubscher, mehrfacher Schweizer Meister im Jetflug und Konstrukteur der Modelle von JetArrows. Ich habe mich lange mit Hans unterhalten und er hat mir die Wild Hornet genau erläutert. Die Konstruktion und Ausführung sind clever gemacht und dass das Modell super fliegt, haben die Schweizer Piloten eindrucksvoll gezeigt. Das kompakte Rumpfboot mit dem EZFW im Rumpf, die kleinen Transportmaße, das schnittige Delta-Design ohne HLW, Voll-GFK Bauweise und die Größe und Auslegung für Turbinen der KJ66 Klasse mit einer Belastbarkeit bis 140N Schub - Die Wild Hornet verspricht der perfekte Jet für mich zu sein!
perfekte Voll-GFK TeileAnfang des Jahres habe ich zu Ing. Dušan Pukl, Chef und Besitzer von JetArrows Kontakt bekommen. Sein Sohn ist in meinem Alter und er fliegt auch eine Wild Hornet. Dušan hat mich in meiner Idee sofort bestärkt und mir spontan seine Unterstützung angeboten. Im April brachte ein LKW ein riesiges Paket adressiert an meinen Namen. Absender: JetArrows, Blansko, Czech Republic :-) Der Inhalt: Einfach super! Rumpf, Leitwerke, Flächen und Ruder in Voll-GFK und Cockpit mit Pilot. Die Bauteile sind unglaublich leicht und von tadelloser Qualität. Natürlich Ich habe die Teile sofort einmal zusammengesetzt - ein schicker Flieger!
Kabine
Der Arbeitsplatz von Captain Rob Nach Empfehlung der Bauanleitung habe ich mit der Kabine begonnen. Zuerst bekommt der Pilot seinen Arbeitsplatz eingerichtet. Die tiefgezogenen Teile für den Sitz vorsichtig entlang der vorgezeichneten Markierung ausschneiden und mit Balsaholz von hinten ausfüttern. Sitz und Rückenlehne bekommen eine mattschwarze Lackierung, die Cockpitwanne habe ich mit Acylharzfarbe Basaltgrau Matt aus der Dose gespritzt. Commander Rob kann sich das Ergebnis schon mal anschauen, bevor das Cockpit seine Instrumente aus den beiliegenden Aufklebern bekommt und er mit kleinen Schrauben unlösbar mit seinem Schleudersitz verbunden wird. Aus der Jetarrows-Anleitung habe ich die Empfehlung die Wanne, den Rahmen und die tiefgezogene Kabine mittels Glue 560 zu verkleben. Ein sehr guter Tip! Der Kleber verhält sich ähnlich wie Holzleim, bildet aber eine durchsichtige elastische Klebestelle aus. Nach Testklebungen an 2 Joghurtbecher habe ich die Bauteile damit verklebt mit sehr überzeugendem Ergebnis.
Rohbau
perfekte Voll-GFK Teile Im Kit mitgeliefert bekam ich einen CNC geschnittenen Spantensatz. Aus diesem wird eine Art Rückgrat aufgebaut. In dem Kasten verschwindet das eingezogene Bugrad, die bei der Landung auftretenden Kräfte werden darüber gleichmäßig auf die Rumpfzelle eingeleitet. Seitlich an dem Kasten kommt die elektrische und pneumatische Installation sowie die Festokupplungen für Tank und Smoketank. Die Komponenten dürfen vor der Lackierung nochmal Platz nehmen. Hinten rechts und link erkennt man 2 0,5 Liter Flaschen für das Smokeöl, in der Mitte der 2 Liter Haupttank mit dem sehr guten Metallverschluss der genau wie die Flasche selbst im Kit mitgeliefert wurde.
Das Tunnelskelett habe ich mit eingedicktem Laminierharz eingeklebt. Das geht gut mittels kleiner Plastikflasche die mit einem Schlauch versehen ist. Die Plastikflasche muss sich leicht quetschen lassen, ich habe einfach auf eine leere Window-Color-Flasche ein Stückchen Aquariumpumpenschlauch gesteckt.
Speedbrake vor dem Einbau Speedbrake eingefahrenDie Speedbrake wird durch 4 Scharniere mit dem Rumpfboot verbunden. Damit die Klappe gut läuft, ist sie unbedingt um ca. 1,5 mm zu kürzen. Die Scharniere bei aufkleben auf die Klappe mit einem durchgehenden Stab in Richtung bringen, sonst ploppt die Klappe später beim Ausfahren. Die Anlenkung vom Servo habe ich so lang gemacht, dass das Servo mit der Anlenkung fast in einer Linie steht. Durch das so entstehende Kniegelenk bekomme ich eine hohe Zuhaltekraft auf die Klappe, ohne dass das Servo selbst viel Kraft aufbringen muss. Zum Einsetzten der Klappe erst nur die äußeren Scharniere mit Uhu Plus Endfest am aufgerauten Rumpfboden ankleben. Dabei sollte die Klappe geschlossen sein und ganz hinten anliegen. Die Inneren Scharniere habe ich erst nach dem Aushärten des Holzskeletts eingeklebt. Dann erst hat der Rumpfboden seine endgültige Form. Dadurch ist gesichert, dass die Bremsklappe sauber läuft und bündig schließt.
Elektrik
Akkus von Gens ace Blick ins Bugteil des RumpfesIch habe den robbe/Futaba R6008 Fasst Empfänger verbaut. Die beiden Antennen schauen nach vorne bzw. nach unten in den Rumpf. Oft sieht man Modellflieger die ihre Antennen nach Außen legen. Ein Empfangstest mit verminderter Sendeleistung ergab aber sehr gute Verbindung ohne diese Maßnahme. Die elektrische Versorgung erfolgt über eine Powerbox Evolution redundant gespeist aus 2 x 1550mAh 2S Lipos von Gens ace. An den Flächen arbeiten 4 Stück robbe/Align DS620 mit 100Ncm Stellmoment. Die Align-Servos haben ein Metallgetriebe, sind sehr exakt und schnell. Ich fliege diese Servos auch in meinen Hubschraubern und bin damit sehr zufrieden. Die Aussparungen in den Flächen sind, wie die Fläche selbst, in GFK ausgeführt und maßlich auf robbe/Futaba Servos ausgelegt. Die Align Servos haben die gleichen Maße und passen formschlüssig, saugend in die Aussparungen. Eine perfekt Lösung: Leicht, spielfrei und einfach zu montieren. Die Abdeckungen sind aus GFK laminiert und verschließen die Aussparungen ohne den Profilverlauf zu stören. Der Anschluss der Flächenservos zum Rumpf erfolgt über MPX Stecker. Jeweils beide Flächenservo einer Fläche gehen über zwei verdrillte 0.5mm2 Kabel in verteilte Ausgänge der Powerbox. Im Sender habe ich eine einfache Deltamischung für 2 Servos, praktisch wie bei einem Projeti :-) Bugrad und Speedbrake werden durch Standardservos aus Papas Grabbelkiste betätigt und werden auch über die Powerbox versorgt. Als Turbinenakku kommt ein 2S 25C 2200mAh Gens ace zum Einsatz. Diese Akkus haben eine hervorragende Spannungslage und brechen auch während des stromintensiven Kero-Starts nicht ein.
Fahrwerk
perfektes Fahrwerk von Jet1AUrsprünglich wollte ich mein altes Falcon-Fahrwerk in der Wild Hornet wiederverwenden. Zum Glück haben die alten Struts von der Länge nicht perfekt gepasst und ich musste mich nach neuen Fahrwerksbeinen umsehen. Dušan hat mich davon überzeugt besser geschleppte Fahrwerksbeine zu verbauen und mir die Firma Jet1A aus Österreich empfohlen. Peter Bösch, Chef und Hersteller der Jet1A Fahrwerke hat mich sehr gut beraten und ich habe mich entschieden mein altes Fahrwerk zu verkaufen und das "WildHornet-Deluxe-Set" zu verbauen. Das heisst, neben den geschleppten Fahrwerksbeinen auch die einfach wirkenden Zylinder sowie die Jet1A Räder mit Scheibenbremsen. Die Fahrwerksmechaniken sowie die gefederten Beine sind von bester Qualität und tragen den Namen "1A" zurecht. Die Funktion für das Einfahren der Zylinder erfolgt über ein einfach wirkendes mechanisches Ventil ebenfalls von Jet1A. Die Bremsen werden über ein Jet-Tronics Bremsventil mit Luft beaufschlagt. Da die Hornet kein Seitenruder hat, ist es sehr wichtig, dass die Bremsen auf beiden Rädern gleichmäßig ziehen und eine unbeabsichtige Kurvenfahrt vermieden wird. Aus diesem Grund verwendet Jet1A Scheibenbremsen - Cool oder? :-)
Das Fahrwerk verschraube ich mit M4 Senkkopfschrauben. In die Holzblöcke habe ich 5mm Löcher gebohrt und darin M4 Messingdübel mit Uhu Endfest verklebt. Das Bugrad wird klassisch mit Seilen angelenkt. Ich habe eine abgespielte G-Saite von meiner E-Gitarre verwendet. Die Ball-Ends, kleine Ringe um die die Saiten verzwirbelt sind lassen sich gut an der Anlenkung festschrauben. Der Stahldraht bleibt dabei drehbar und wird beim Einfahren nicht abgeknickt. Damit das Seil sich beim Ausfahren nicht verheddert, wird es durch einen Gummi nach hinten gezogen.
Blick auf die Pneumatik im Rumpf Die Beaufschlagung der Fahrwerkszylinder erfolgt über ein mechanisches Ventil von Jet1A. Es wird über ein kleines 11mm Servo betätigt. Die Bremsen werden durch ein elektro-pneumatisches Ventil von Jet-Tronics angesteuert. Dieses Ventil ist relativ teuer aber einfach genial. Über den Sender kann der Bremsdruck vorgewählt werden um beim Aufsetzen schon eine leichte Bremskraft auf den Rädern zu haben. Bei ausgefahrenen Fahrwerk habe ich zusätzlichen Bremsdruck auf das Tiefenruder gemischt. Damit kann ich bei Bedarf maximal bremsen wobei die Programmierung des Jet-Tronics Ventil das Blockieren der Räder verhindert.
Finish
Der Umgang mit Farbe und Spritzpistole ist nicht meine Stärke. Mein Opa hat zwar einen Kompressor und eine einfache Pistole aber die bisherigen Ergebnisse ließen immer Raum für Optimierung. Leute mit Lackiertalent haben meinen vollsten Respekt! Sollte sich mal ein Graffiti-Künstler auf diese Seite verirren und Lust haben ein cooles Motiv auf einen Jet zu sprühen - bitte melden (Wäre doch mal was anderes als ein Eisenbahn-Waggon :-) Erster Entwurf eines möglichen Folienfinishs Um mir also zum Einen selbst eine Enttäuschung, zum Anderen dem Modell sehr viel Mehrgewicht zu ersparen habe ich mich für ein Foliendesign entschieden. Das Design habe ich In Powerpoint grob vorgezeichnet was mir dann auch als Vorlage für die blauen Streifen diente. Diese habe ich einfach mit einem Stahllineal ausgeschnitten und Pi mal Nase aufgeklebt. Da die Oberfläche des weiß eingefärbten Gelcoats hervorragend ist, kann sich das Ergebnis sehen lassen - Mir jedenfalls gefällt's. Die Unterseite bekommt einfache rote Flügelenden mit einem dünnen Blockstreifen. Davon verspreche ich mir eine gute Sichtbarkeit am Himmel. Erstes Fotoshooting im Garten Als Folien verwende ich die Oracal 631 matt grau für die Beschriftung und die Oracal 651 in den robbe-Farben rot und blau. Michael hat sich freundlicherweise bereit erklärt mir die Schriftzüge für die Flächen und Leitwerke auf seinem Schneidplotter zu machen. Vielen Dank Michi - Super Arbeit mit einem tollen Ergebnis!
Antrieb
JetArrows schlägt für die Hornet Turbinen von 50N bis 140N Schub vor. Dank der guten Aerodynamik und des geringen Gewichts kann sie auch mit einem EDF sehr sportlich bewegt werden. Ich wollte unbedingt einen Brenner und habe das große Glück, das modernste auf dem Markt verfügbare Triebwerk zu verbauen, die ROPULSION RP160 von robbe Modellsport. Eine zauberhafte Maschine! Die Dateils dazu gibt es in einem speziellen Bericht zur Strahlturbine, dazu hier klicken.
Fliegen
Den Erstflug habe ich bei uns auf dem Platz gemacht. 160N Schub lassen keinen Zweifel ob die Startbahn ausreicht :-) Nach gefühlten 20m hob die Hornet ab und fliegt als ob sie dies schon 100 mal gemacht hat. Auf Querruder war keine Trimmung notwendig, auf Höhe musst ich ein wenig hoch trimmen - eine Folge des sehr konservativ gewählten Schwerpunktes. Den werde ich noch ein paar Millimeter nach hinten nehmen. Das Flugverhalten ist herrlich neutral, die Hornet liegt sehr satt in der Luft. Die Landung erfordert ein wenig Übung, ich habe mich in 5-6 Landeanflügen an eine ausreichend geringe Landegeschwindigkeit heran getastet. Durchstarten ist durch die sehr spontane Gasannahme der RP160 aber kein Problem. Dank der Radbremsen lässt sich das Modell auch auf unserem kleinen Platz gut landen und die geschleppten Fahrwerksbeine bügeln die Unebenheiten unserer Graspiste sauber aus. Das Jet1A Fahrwerk war offensichtlich eine sehr gute Wahl und passt hervorragend zur Hornet.
Ich freue mich schon auf die nächsten Flüge mit meiner wilden Hornisse.
Euer Joshua



Michael hat Flug Nr.3 mit der DigiCAM festgehalten und nach Youtube geladen. Dafür Herzlichen Dank!




Hier ein paar Fotos vom Aufbau und dem Ergebnis. (für eine große Darstellung auf die Lupe klicken)

Flugmodell Club FMC Renchtal e.V.